Schusswaffenangriff oder Terroranschlag: Was tun? Flüchten, verstecken, Notruf
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Straße, Einkaufszentrum, Konzert, Zug: flüchten, verstecken, Notruf. Hier steht, was du sofort tust, was danach, wann du 112 anrufst und was du vermeidest. Dieselbe Anleitung ist in der kostenlosen App SurvivalZone.app und funktioniert ohne Internet.
Zuerst, sofort
- Du hörst Schüsse, Schreie oder siehst einen bewaffneten Angreifer? Flüchte sofort, wenn es einen sicheren Weg gibt. Lass Taschen zurück und warte nicht auf andere, nimm aber jeden mit, der mitkommen will. Lauf vom Lärm weg, nicht in eine Menge, die sich an einem Ausgang staut.
- Keine Flucht möglich? Versteck dich hinter etwas, das Kugeln stoppt: einer Mauer, einem Pfeiler, einem schweren Möbelstück, dem Motorblock eines Autos. Ein reiner Sichtschutz wie Busch, Vorhang oder dünne Trennwand schützt nicht. Geh in einen Raum, schließ die Tür ab, verbarrikadiere sie, stell das Handy lautlos, auch die Vibration, mach das Licht aus und leg dich weg von Türen und Fenstern hin.
- Sobald du in Sicherheit bist, ruf 110 oder 112: wo du bist, wie viele Angreifer, welche Waffen, wie sie aussehen und wohin sie gehen. Kannst du nicht sprechen, bleib in der Leitung, damit die Leitstelle hört, was passiert.
Danach
- Angriff mit Fahrzeug oder Messer auf der Straße? Geh zur Seite und hinter etwas Massives: einen Mast, eine Mauer, einen Hauseingang. Lauf nicht geradeaus an der Fahrbahn entlang.
- Wenn die Polizei kommt: steh oder lieg mit hoch erhobenen, leeren Händen und offenen Handflächen. Lauf nicht auf die Beamten zu, schrei nicht, zeig nicht mit dem Finger und befolge die Anweisungen. Zuerst wissen sie nicht, wer der Täter ist, und halten dich kurz fest.
- Jemand blutet? Hilf erst, wenn du an einem sicheren Ort bist. Fest auf die Wunde drücken, mit einem sauberen Tuch. Bei starker Blutung an Arm oder Bein ein Tourniquet oberhalb der Wunde anlegen.
- Schreib deinen Angehörigen eine SMS: „Ich bin in Sicherheit, ich bin in…“. Ruf nicht alle nacheinander an, sonst überlastest du das Netz und blockierst Leitungen, die die Einsatzkräfte brauchen.
- Letzter Ausweg, wenn der Angreifer direkt neben dir ist und es keinen Ausweg gibt: gemeinsam mit anderen handeln, Gegenstände werfen, fest zuschlagen und nicht aufhören. Nur wenn es keinen anderen Weg gibt.
- Geh danach dorthin, wohin dich die Einsatzkräfte lenken, und bleib, bis Zeugen aufgenommen sind. Hilfe für Betroffene und Zeugen: das kostenlose Opfer-Telefon 116 006 des Weißen Rings.
Wann 112 anrufen
Immer, sobald du in Sicherheit bist. Nenne Ort, Zahl der Angreifer, Waffen, Beschreibung und Richtung. Ruf auch an, wenn du siehst, dass jemand einen Angriff vorbereitet oder einen verdächtigen Gegenstand zurückgelassen hat.
Was du nicht tun solltest
- Nicht filmen oder fotografieren, statt zu flüchten.
- Geh nicht zurück, um Tasche, Auto oder Angehörige zu holen. Das klärst du später per SMS.
- Versteck dich nicht in der Menge am einzigen Ausgang oder auf freier Fläche, wo alle sichtbar sind.
- Poste keine Fotos oder Nachrichten vom Ort, solange der Einsatz läuft: der Täter könnte mitlesen, und Gerüchte erschweren die Arbeit der Einsatzkräfte.
Siehe auch
Häufige Fragen
Was tun, wenn ich im öffentlichen Raum Schüsse höre?
Flüchte, wenn es einen sicheren Weg gibt, und lass Gepäck zurück. Wenn nicht, versteck dich hinter etwas, das Kugeln stoppt, stell das Handy lautlos und sei leise. Sobald du in Sicherheit bist, ruf 110 oder 112.
Was ist der Unterschied zwischen Deckung und Sichtschutz?
Sichtschutz wie Busch, Vorhang oder dünne Trennwand verbirgt dich nur vor Blicken und stoppt keine Kugel. Deckung wie Mauer, Pfeiler oder Motorblock eines Autos kann schützen.
Wie verhalte ich mich, wenn die Polizei eintrifft?
Hände hoch und leer lassen, Handflächen offen, nicht auf die Beamten zulaufen und ihre Anweisungen befolgen. Zuerst wissen sie nicht, wer der Täter ist.
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Quellen
- Polizei Berlin: Amok und Terror – richtiges Verhalten
- Polnisches Innenministerium: Kampagne 4U bei Angriffen (Polnisch)
- Polnisches Innenministerium: Terrorgefahr (Polnisch)
- Britische Polizei: Run, Hide, Tell (Englisch)
Wissenschaftliche Literatur und Leitlinien
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Allgemeine Hinweise; sie ersetzen nicht die Rettungsdienste. Bei Lebensgefahr 112 anrufen.
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